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Renk - die Weltmeisterfamilie
Artikel aus der Zeitschrift des Österreichischen Amateur-Rennreiter-Vereines "Pfund(s)sattel" Nr. 2 im Juli 2001


Kein anderer Name hat den internationalen Amateurrennsport so geprägt, wie der Name Renk. Diese Familie hat bis jetzt schon drei Weltmeister bei den Amateur-Rennreitern hervorgebracht. Vater Adolf "Dölf" hat seine Rennsportleidenschaft und sein Talent erfolgreich an seine beiden Töchter Brigitte "Bigi" und Nicole weitergegeben und die erfolgreichste Dynastie im Amateurrennsport begründet.



Dölf Renk



Dölf Renk auf Simitika, der Stammzuchtstute der Familie

Adolf Renk

Die aktive Rennreiterzeit von Dölf Renk (1938) erstreckte sich von 1956 bis 1989. Während dieser Zeit gewann er 11 mal das Schweizer Amateur-Championat und war auch 11 mal erfolgreichster Schweizer Reiter im Ausland. Alle bedeutenden Rennen seines Landes hat er gewonnen. Zu seinen grössten Erfolgen zählt auch das Underberg-Jagdrennen in Gelsenkirchen, das längste Amateur-Jagdrennen der Welt. Weltmeister wurde er 1964, dem Geburtsjahr von Nicole. Insgesamt erzielte er 433 Siege in Flach- und Hindernisrennen, eine für einen Amateurreiter wohl einmalige Anzahl. Damit ist Dölf Renk der erfolgreichste Schweizer Amateur-Rennreiter aller Zeiten (vor Josef Stadelmann 231 Siege und Kurt Schafflützel 224 Siege) und zählt auch weltweit zu den erfolgreichsten Amateuren.

Diplomingenieur Dölf Renk war schon zu seiner aktiven Zeit als Amateur-Rennreiter Besitzertrainer. Die Anzahl der Pferde vergrösserte sich nach und nach im Laufe der Zeit. Zur Zeit stehen 9 aktive Vollblüter im Stall unmittelbar neben dem Wohnhaus in Oberwil, Kanton Aargau, ungefähr eine halbe Stunde von Zürich entfernt. Im Training reitet er nach wie vor.

Mit grossem Erfolg betreibt er die Vollblutzcht, neben dem Golfspielen, seinem liebsten Hobby. Als Züchter ist ihm bis jetzt mit "Top Waltz" der grosse Treffer gelungen. Der Hengst gewann eine Gruppe II Rennen in Frankreich und war 4. im französischen Derby. Er war einige Jahre in Frankreich als Deckhengst aufgestellt, ist aber leider mittlerweile im Pferdehimmel.

Elsa Renk

Seine Frau Elsa hat eine sehr positive Einstellung dem Rennsport gegenüber, lernte sie doch durch den Rennsport ihren späteren Mann kennen. Früher ritt sie selbst im Training, kann aber seit einem Autounfall diesem Hobby nicht mehr nachgehen. Sie kümmert sich vor allem um das gesundheitliche Wohlergehen der Pferde. Mehrmals am Tag schaut sie in den Stall und pflegt und verhätschelt die Vierbeiner.

Die älteste Tochter Ines (1961) hat Angst vor Pferden. Ihre Leidenschaft gehört dem Wandern. Sie ist Physiotherapeutin und verheiratet.

Andy Renk

Sohn Andy (74) arbeitet in der Baufirma seines Vaters. Der gelernte Hochbauzeichner ist für den Rennsport zu gross gewachsen. Zu den Rennen kommt er aber ab und zu mit seiner Freundin. Sein Hobby ist das Golfspielen.

Nicole (64) und "Bigi" (67) sind mit Pferden aufgewachsen. Seit frühester Kindheit waren sie auf dem Rücken der Pferde daheim und wurden vom Vater bestens ausgebildet. Nach und nach gab er seinen riesigen Erfahrungsschatz an seine Töchter weiter. Einmal, 1987, ritten alle drei in Zürich-Dielsdorf in einem Rennen. Dabei war "Bigi" als zweite die beste der Familie, Vater "Dölf" unplaziert, aber vor Nicole.

Brigitte Renk

Nicole gewann gleich bei ihrem ersten Ritt 1983. Die jüngere "Bigi" debütierte 1984, nicht so spektakulär wie ihre ältere Schwester. Dennoch sollte zuerst einmal sie die Nachfolgerin des Vaters werden. "Bigi" gewann 6 mal das Schweizer Amateur-Championat und war 7 mal beste Schweizer Reiterin im Ausland. Auch sie gewann so ziemlich alle grossen Rennen der Schweiz. Ihre ganz grosse Stunde schlug 1989 mit dem Erringen des Weltmeistertitels bei den Damen. Sie ist als besonders gute Taktikerin und starke Finish-Reiterin bekannt.

Bis 1996 war Brigitte Amateur-Rennreiterin und gewann bis dahin 137 Rennen. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Schweizer Amateurreiterinnen aller Zeiten an Siegen.

Da sie hauptsächlich die elterlichen Pferde in Frankreich reitet und dort ab 1997 die Amateure nicht mehr in Profi-Rennen zugelassen waren, wurde "Bigi" Jockey. Bisher hat sie insgesamt 201 Siege. Ihr grösster Erfolg war der Sieg in einem Tiercé-Rennen in Paris mit "Top Way" ein Top Waltz-Sohn.

"Bigi" ist erster Jockey für die Pferde des Vaters und auch für das Reiter der Pferde im Training zuständig, aber ebenso mit dem Pferdetransporter als Fahrerin unterwegs. Sie ist ledig, ihre Hobbys sind Biken und Aerobic.

Nicole Traber-Renk

Die bislang letzte Weltmeisterin mit Namen Renk ist Nicole. Voriges Jahr schaffte sie diesen Familien-Hattrick. Zuvor gewann sie einmal das Schweizer Gesamtchampionat (da zählen alle Siege im In- und Ausland) und war einmal erfolgreichste Schweizer Amateurrennreiterin im Ausland. Sie hält bei 23 Siegen, davon 10 im Ausland.

Nicole ist mit Marcel Traber verheiratet und heisst nunmehr Traber-Renk. Der Name "Traber" allein wäre für eine Galopprenn-Reiterin wohl wirklich allzu lustig. Wenn Nicole Rennen reitet kommt ihr Ehemann gerne auf die Rennbahn, hat aber sonst mit dem Rennsport nichts zu tun. Sie ist Marketingplanerin. Ihre Hobbys sind Sport allgemein und Kochen. Sie hat sich mittlerweile vom internationalen Amateurrennsport zurückgezogen und will auch sonst bald mit dem Rennreiten aufhören.

Wie man hört ist bei Nicole Traber-Renk Nachwuchs geplant und so kann man auf eine Fortsetzung der Renkschen Weltmeisterstory in der dritten Generation hoffen.