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Galopp Schweiz und der Schweizer Rennreiter-Verband führen seit einigen Jahren, mit der grosszügigen Unterstützung des Jockey-Clubs und der Rentenanstalt ein Trainingslager durch. Junge Reiterinnen und Reiter erhalten da die Möglichkeit erstmals in einem professionellen Rennstall zu reiten, Kontakte zu knüpfen, Trainingspläne für die eigene Fitness zu erarbeiten und theoretischen Wissen in den Bereichen der Pferdehaltung, des Rennenreitens und der Ernährung zu erwerben.
Für eine Teilnahme am Trainingslager setzten wir jedoch gute reiterische Grundkenntnisse voraus. Im Idealfall hat der junge Reiter bereits an Spring- oder Militaryprüfungen teilgenommen. Rennreiten ist in diesem Bereich wie Skifahren; Damit man bei einer Abfahrt gerade hinunter fahren kann, benötigt es auch etwas mehr als nur Mut.
Hat eine Reiterin oder ein Reiter das Trainingslager besucht und einige Zeit in einem Rennstall ausgeritten, so kann er sich an die Lizenzprüfung zum Amateurrennreiter anmelden - Vorausgesetzt er arbeitet nicht im Rennstall! - Wäre dem so, so müsste er denn Weg zum Berufsrennreiter via einer 3jährigen Lehre einschlagen.
Um in den Rennen selbst zu bestehen gibt es leider kein Rezept. Taktische Fähigkeiten, Einfühlungsvermögen, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit, Mut und Frechheit gehören wohl zu den wichtigsten Fähigkeiten die gute Rennreiter besitzen. Ein Rennverlauf muss man sich vielleicht wie ein Formal 1 - Rennen vorstellen. Alle haben +/- den selben "Waagen". Einige sind etwas schneller, die anderen lassen sich etwas besser fahren, nochmals andere beschleunigen schneller. - Und schlussendlich gewinnt derjenige der "seine" Stärken am ökonomischsten eingesetzt hat.
Rennreiter sind im Vergleich zu Reitern anderer Pferdesportarten wohl ausgesprochen aggressiv. Der Vergleich 1:1, das Reiten Stiefel-an-Stiefel bei Geschwindigkeiten bis zu 60 Km/h und die erhebliche Unfallgefahr lassen Pferderennen für die einzelnen Beteiligten beinahe zur Kampfsportart verkommen. Um dies einmal 1:1 mitzuerleben rate ich Ihnen, bei ihrem nächsten Besuch von Pferderennen einmal ein Rennen im Einlaufbogen zu verfolgen!
All die Emotionen, die Up-and-Down's die in einem Rennen und im Rennsport überhaupt, die von einem Rennreiter durchlebt werden machen wohl die "Faszination Rennreiten" aus. In einem Cross-Country Rennen zum Beispiel, kreuz und quer auf der Rennbahn herum; Am Start bockt ihr Pferd - dann Start - ihr Pferd pullt und sie können es kaum halten, die ersten Sprünge springt ihr Pferd miserabel - irritiert von all den anderen Pferden - ein Kollege stürzt gerade vor ihnen - sie können im gerade noch ausweichen - dann der grosse Tribünen-Sprung und durch's Wasser - dann, nach rund 5 Minuten Renndauer in die Zielgerade - das Pferd kann noch zulegen - 10'000 Zuschauer schreien. So geht das! Hat man ein Hoch, so kann man mehrere Rennen hintereinander gewinnen und bringt eine Waschmaschine zum Fliegen. Anderseits kann es einem auch passieren dass man zu Fuss oder gar im Krankenauto zurück kommt. Die Nähe zwischen Sieg und Misserfolg es im Rennsport wohl ganz extrem.
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