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Sehr geehrte Damen und Herren
Anfangs Januar dieses Jahres fand die Generalversammlung der Fegentri in Dubai statt. Dort wurde beschlossen, dass der Sitz der Fegentri von Paris nach Köln verlegt wird. Seit dem Bestehen der Fegentri im Jahre 1955, somit vor 46 Jahren, war bis anhin immer ein Franzose Präsident dieses Verbandes. Deshalb war und ist es ein absolutes Novum, dass plötzlich der Deutsche Johannes Baron von der Recke das Präsidium übernahm. Die Zusammenarbeit mit dem deutschen Sekretariat funktioniert seither sehr zu unserer Zufriedenheit.
Christine Montangero-Despont vertrat dieses Jahr zum ersten Mal die Schweiz bei der Damen-Weltmeisterschaft. Sie kam rund 15x zum Einsatz und konnte vor allem in unserem Nachbarland in Deutschland Punkte sammeln. So wurde sie in Berlin und Köln je Dritte. Zurzeit befindet sie sich gerade in Cran Canaria und nimmt am Finale teil. Die diesjährige Weltmeisterin steht aber bereits schon fest. Es ist die Französin Isabelle Nicot. Christine belegt zurzeit den 7. Rang. Besonders erfreulich war, dass unsere Schweizer Reiterin fast für jedes Land eine Einladung erhielt, was nicht selbstverständlich ist. Dies zeigt auch, dass das Niveau der Schweizer Amateur als hoch eingestuft wird und dass den Schweizer Reitern ein grosses Vertrauen entgegengebracht wird.
Nebst der Weltmeisterschaft nahm Christine auch an der Europa-Meisterschaft teil, die jeweils an einem Wochenende im Spätsommer in Wien und Bratislava stattfindet. 4 Rennen standen auf dem Programm und 8 Nationen nahmen daran teil. Christine reichte es nur knapp nicht für einen Podestplatz, dennoch belegte sie hinter der Norwegerin den 4. Platz. Gewonnen wurde das Duell von der Engländerin Margaret Morris.
Bei den Herren war Yves von Ballmoos, der auf Welttournée ging. Für ihn startete die Saison hervorragend. Konnte er doch in den USA (Willowdale), kurz darauf zweimal in Schweden und in Deutschland in Magdeburg gleich mit einem Volltreffer brillieren. Für kurze Zeit übernahm er auch die Führung in der Weltmeisterschaft. Yves Form war über das ganze Jahr sehr konstant und gut. Er konnte einige schöne Plazierung verzeichnen. So wurde er z.B. 5x 3, 1x 4. und 5x 5., was jedesmal wichtige Punkte für das Gesamtklassement einbrachte. Die Konkurrenz liess ihn aber nicht einfach so davon ziehen, sondern lieferte ihm einen harten Kampf um den Titel der Weltmeisterschaft. Die Saison ist noch nicht abgeschlossen und der bei uns bestens bekannte Deutsche "Matthias Keller" sowie der Engländer "David Dunsdon" liefern sich zurzeit einen harten Kampf um den begehrten Titel des Weltmeisters. Die Karten stehen eher zu Gunsten von Matthias Keller. Yves belegt zurzeit den 4. Rang hinter dem Franzosen Eric Selter.
Uebrigens, sämtliche Resultate und News über die Fegentri sind auf der dafür speziell eingerichteten Internet-Seite www.fegentri.com jederzeit nachzulesen. Ich ermuntere Sie hiermit, einmal einen Blick darauf zu werfen.
Zum zweiten Mal in Folge fanden auch die Rennen des World Cup of Nation statt. Erstmals dabei war auch England. Es fanden total 6 Rennen statt, nämlich je eines in Deutschland, England, Frankreich, der Schweiz, Italien und das Finale in Amerika. Im Unterschied zur Fegentri sind dies gemischte Rennen. Da man für das Land punktet und nicht für sich persönlich, kann auch jedesmal ein anderer Reiter die Nationalfarben tragen. Lange Zeit konnte die Schweiz nicht gross auf sich aufmerksam machen, bis Claudia Furrer den Bann brach und in Italien gewann. Kurz darauf konnte Yves mit einem Sieg in Amerika nachdoppeln. So errang die Schweiz knapp hinter Deutschland den ausgezeichneten 2. Rang. Leider ist das Niveau der Reiter sehr unterschiedlich, insbesondere fiel uns dies beim World Cup of Nation in Luzern auf. Zwei Nationen, es sind dies Italien und USA, sandten leider Reiter mit einem deutlich tieferen reiterlichen Können. Wir beantragen deshalb an der nächsten Generalversammlung der Fegentri eine Statutenänderung, damit wir langfristig unsere Trainer und Besitzer für solche Rennen auf unserer Seite haben und genügend Pferde an Start bringen.
Wer möchte nun die Schweiz nächstes Jahr bei der Fegentri vertreten? Voraussetzung zur Teilnahme sind mindestens 5 Siege. Bei mehreren Bewerbern wird gemäss der aktuellen internationalen Siegstatistik entschieden.
Ich wünsche den beiden viel Glück und hoffe, dass die Schweiz im Jahre 2002 auf dem Siegerpodest wieder vertreten sein wird. Ich möchte auch sämtliche junge Reiter dazu ermutigen, einmal in ihrer Karriere diese Herausforderung anzunehmen. Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen, wenn ich sage, dass man immer bleibende und schöne Erinnerung an diese Zeit haben wird. Man hat die Gelegenheit, andere Rennsport-Kulturen kennenzulernen, auf den schönsten Bahnen dieser Welt zu reiten und auch in noblen Hotels zu gastieren. Zudem lernt man neue und interessante Leute kennen, die dasselbe Hobby haben wie wir. Noch schöner ist, dass sich so Freundschaften entwickeln, die über diese Zeit hinausgehen. Wagen Sie es und ich versichere Ihnen, sie werden es nicht bereuen, auch wenn man sogar nicht jedesmals als Sieger heimkehren kann.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Ihre Fegentri-Delegierte
Nicole Traber-Renk
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